Sole-Heilbad

Bad Salzungen kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Die urkundliche Ersterwähnung geht auf das Jahr 775 zurück. Die Schenkungsurkunde des fränkischen Königs Karl (nach der Kaiserkrönung im Jahre 800 als Karl der Große bekannt) erwähnt bereits die Siedeanlagen. Die Grundlage für die Ansiedelung um Salzungen waren unsere bekannten Solequellen, und die Kelten konnten schon zur damaligen Zeit Salz aus der Sole herstellen.

Aus der Überlieferung ist bekannt, dass die Salzunger Solequellen auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen geführt haben. So berichtet der römische Geschichtsschreiber Tacitus in seinen Annalen über heftige Schlachten zwischen Chatten und Hermunduren im Jahre 58 u.Z. an einem Fluss, unserer heutigen Werra,um den Besitz der Solequellen. Denn der Besitz von Salzquellen versprach Wohlstand und Reichtum. Das Kapital der Stadt waren von jeher die großen Solevorkommen.

In der traditionsreichen Salzstadt standen zur Blütezeit der Salzproduktion bis zu 24 Gradierhallen, wobei die größte Halle 400 m lang war. Über Jahrhunderte wurde hier Siedesalz hergestellt. Obwohl dies eine körperlich anstrengende Tätigkeit war, wurden die Arbeiter in den Gradierwerken und Salinen seltener krank als die übrige Bevölkerung. Man erkannte die heilende Wirkung der Sole und am Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Kurgäste begrüßt. Diese nutzten zu Beginn die heilende Wirkung durch Wannenbäder im neu errichteten Badehaus, später die Freiluftinhalation im Gradierwerk.

Mit der Erbohrung der 27%igen Sole 1840/41 in bis zu 150 m Tiefe waren die Gradierhäuser überflüssig und wurden nach und nach abgerissen. Nur die heutige Ostwand unserer Gradieranlage blieb zur therapeutischen Nutzung übrig.

Im Jahre 1901 errichtete man gegenüber der Ostwand eine völlig neue Gradierhalle, die Westwand. Komplettiert wurde das Ensemble durch den im hennebergischen Stil errichteten Mittelbau und 1906 mit dem Bau der Trinkhalle und des Musikpavillons. Nach mehrjähriger grundlegender Rekonstruktion ist der Mittelbau und der Gradiergarten 1994 seiner Bestimmung neu übergeben worden und steht seit dieser Zeit einer ganzjährigen Nutzung zur Verfügung.

Da die Anlagen unter Denkmalschutz stehen, mussten sie originalgetreu wieder errichtet werden. 90% der ursprünglichen Fachwerkkonstruktion ist im neuen Gebäude enthalten. Heute präsentiert sich das Herzstück der Kurstadt seinen Gästen und Besuchern schöner denn je und steht durch seine Funktionalität der Gesundung heilungs- und erholungssuchender Menschen zur Verfügung.

Im Jahr 2000 wurden das neue Therapiegebäude mit einem Gesundheitszentrum, einem Fitnessbereich, das Sole-Bewegungsbad und eine Saunalandschaft übergeben. Dieser Gebäudekomplex entspricht den heutigen Ansprüchen an Kur, Erholung und Entspannung, Beauty und Wellness. Das Hauptbecken des Keltenbades hat eine Solekonzentration von 2% und eine Temperatur von 32°C. Ein kleines Becken, der sogenannte Salztopf, mit 15%iger Sole und 34°C ermöglicht, dass man schwerelos auf dem Wasser liegen und Unterwassermusik hören kann.

Das Therapiegebäude bietet eine Vielzahl moderner therapeutischer Anwendungen. In der Saunalandschaft warten viele Attraktionen auf die Besucher, Saunaräume mit 48° bis 65°C, 90°, eine Erdhöhlensauna bis 110°, bis hin zum orientalischen Rasul. Im Wellness- und Beautybereich kann man neben der klassischen Massage besondere Massagen, Anwendungen im Softpacksystem und einen Aufenthalt im Sandhain mit Stonehenge Flair erleben.